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Route des Grandes Alpes- Auf den Spuren der Tour de France

Die legendäre Route des Grandes Alpes ist für viele Radsportler eine ganz besondere Herausforderung; über die höchsten Pässe der Westalpen, deren Namen dem Radsportfan wie Musik in den Ohren klingen, führt die Strecke vom Genfer See zum Mittelmeer. 7 Radsportler des SV Leingarten – Uwe Funk, Christoph Emde, Wolfgang Scholl, Günter Janiak, Lothar Pfahl, Stefan Geiger und Peter Schnieder erfüllten sich Ende Juli diesen Traum.

Das schlechte Wetter bei der Fahrt zum Startort Evian les Bains ließ befürchten, dass es wieder eine regenreiche Tour (wie im Jura) werden könnte, aber schon beim Erklimmen der ersten Passhöhe riss die Wolkendecke auf und das Stimmungsbarometer stieg wie der Höhenmeterzähler. Und der zeigte nach 3 Pässen mit dem anstrengenden Schlussanstieg zum Col de la Colombière immerhin über 3300 Hm an. Der Zielort der 1. Etappe, Le Grand Bornand, war bei unserer Ankunft noch ganz im Tour de France-Fieber und in Gelb gehüllt, denn am Vorabend war hier Zielankunft der 18. Tour de France-Etappe.

Auch bei der folgenden Etappe standen wieder 3 Pässe und mehr als 3300 Hm auf dem Programm und das ausgewählte Hotel lag weit oben am Berg. Aber die Strapazen wurden belohnt mit einem wunderschönen Blick auf das Mont Blanc Massiv vom Col des Aravis und einer grandiosen Alpenlandschaft am Cormet de Roselend.

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Tags darauf erklommen wir mit dem Col d’Iseran den höchsten Pass der Alpen (2764m), ersparten uns einen Abstecher auf den Col Mont Cenis um dem drohenden Gewitter zu entgehen und sprinteten den Télégraph hinauf um noch vor dem einsetzenden Regen das Etappenziel in Valloire zu erreichen (137km /3290Hm).

Am nächsten Morgen stand mit dem Col du Galibier ein weiterer Radsport-Klassiker auf dem Programm, der mit seinen 2645m wohl zu den bekanntesten Anstiegen der Tour de France zählt. Der strapaziöse Aufstieg wird jedem Rennradfahrer versüßt durch landschaftliche Leckerbissen, eine grandiose Alpenkulisse, karge Mondlandschaft und eine rasante Abfahrt mit Blick auf den Meije-Gletscher. Bei dieser 4. Etappe galt es aber noch 2 weitere berühmte Pässe zu überwinden: Den Col d’Izoard (2360m), bei dessen Abfahrt man die spektakuläre Casse Dessert (wilde Felslandschaft) durchquert, sowie den Col de Vars. Am Ende des Tages standen 147km und fast 3600 Hm auf dem Tacho.

Die 5. Etappe war eigentlich als halber Ruhetag geplant. Nach dem Col de la Cayolle (2326m), einem der schönsten und einsamsten Passstraßen der ganzen Route, war „nur“ noch der Anstieg zu Wintersportort Valberg (1673) zu meistern. Uwe, Christoph, Wolfgang und Peter ließen es sich nicht nehmen, die Tour durch 2 weiter landschaftliche Highlights, die Schluchten Gorges de Daluis und Gorges de Cians, zu erweitern. Bei 35-40 Grad und ohne Schatten wurde dies ein recht anstrengendes Vergnügen (140km /2820Hm).

Die Abschlussetappe führte über 3 weitere Pässe (u.a. Col de Turini) der von Landschaft und Klima her schon sehr südländisch wirkenden Seealpen. 2700Hm Anstieg standen an diesem Tag 4400 Hm Abfahrt gegenüber bevor das Ziel am Mittelmeer erreicht war; eine Belohnung für die Strapazen der 6 Etappen und ein Genuss für jeden Radfahrer.

Nach Ankunft in Menton war am nächsten Tag noch Zeit für ein Bad im Mittelmeer und einen Bummel durch die Altstadtgassen des hübschen Touristenstädtchens. Die Heimreise mit unserem Begleitbus führte uns dann über Italien und die Schweiz zurück nach Leingarten.

Die Route des Grandes Alpes war für alle Teilnehmer sowohl sportlich als auch landschaftlich ein herausragendes Erlebnis und Dank der liebevollen Unterstützung von Margret und Petra, die den Begleitbus fuhren und uns während der Tour verpflegten, haben wir alle die Tortour bestens gemeistert.  

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